Das Kühlsystem ...

In diesem Monats-Tipp befassen wir uns mit dem Kühlsystem



Das Kühlsystem beim Traction ist recht einfach und unkompliziert. Es handelt sich um ein sogenanntes offenes System. Das heißt es arbeitet nicht unter Druck und hat somit kein Ausgleichsgefäß. Es besteht aus der Wasserpumpe und dem Kühler, verbunden mit zwei Wasserschläuchen. Der Kühler hat ein Überdruckventil welches Dampf ablässt wenn die Wassertemperatur über den Siedepunkt steigt (bei reinem Wasser bekanntlich bei 100°, bei Kühlflüssigkeit, einer Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel, bei ca. 108°)

Anmerkung:
Klares Wasser hat die beste Kühlwirkung, bietet aber keinen Frostschutz, fördert die Kalkbildung und hat bei 100° den Siedepunkt. Es wird dann zu Dampf, das bedeutet, dass Druck aufgebaut wird.

Fertige Kühlflüssigkeit oder die richtige Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel (siehe Herstellerangabe)  hat eine etwas geringere Kühlwirkung. Daher sollte so wenig Frostschutzmittel wie möglich zugesetzt werden (bis -25° reicht aus)! Die Mischung bietet aber einen guten Korrosionsschutz,  verhindert Kalkbildung und lässt den Siedepunkt auf 108° steigen, so dass eben bei 100° kein Druck entsteht weil sich kein Dampf bildet.

Achtung!!!!   Abdampfen bedeutet Wasserverlust und es muss nachgefüllt werden.
Ein Tipp zum Wasserstand im Kühler: Bei kaltem Kühlsystem darf nur so viel Kühlflüssigkeit eingefüllt sein, dass das Schottblech welches man bei geöffnetem Kühlerdeckel sieht (beim 4 Zyl.), gerade in die Kühlflüssigkeit eintaucht. Beim 15/6 sollte der Stand ca. 2 cm über den Kühlrippen sein. Somit ist genug Platz im Wasserkasten des Kühlers für die Ausdehnung der Kühlflüssigkeit beim warmen Motor.
Ein intaktes Kühlsystem im Traction sorgt eher für Unterkühlung als für Überhitzung. Die Nachrüstung einer Temperaturanzeige ist daher für beide Situationen sehr empfehlenswert. Der Fühler muss dafür im oberen Wasserschlauch so nah wie möglich an der Wasserpumpe installiert sein.

Gegen Unterkühlung hilft eine nachrüstbare Kühlerjalousie, die sich vom Fahrersitz aus regulieren lässt. Der  Motor kann dadurch auf die Idealtemperatur von 80° gebracht werden.

Das Nachrüsten eines Kühlerthermostaten im oberen Kühlschlauch wird gerne gemacht, ist aber meiner Meinung nach nicht empfehlenswert. Ohne Installation eines Bypass (kleiner Kühlkreislauf, der direkt vor dem Thermostaten abgezweigt wird und zum rücklaufenden Schlauch  geführt wird) ist es schon gar nicht möglich. Da die Wasserpumpe nur ein wasserumwälzender Quirl ist (sie ist nicht selbstansaugend und baut  auch keinen Druck auf), muss sie gegen die entstandene Querschnittverringerung  des Kühlkreislaufes ankämpfen. Die Kühlerschläuche haben einen Innendurchmesser von knapp 40 mm, der dann im Bereich des Thermostaten leicht um die Hälfte verringert wird. Bei gleichwertigen Motoren z. B. HY oder erste ID/DS sind zwar serienmäßig Kühlerthermostate installiert, aber der Durchmesser der Wasserpumpenausgänge zum oberen Kühlerschlauch ist da fast doppelt so dick. Erst hinter dem Thermostaten verringert sich der Durchmesser wieder auf die Größe wie im Traction.

Obendrein haben diese Motoren einen Bypass,  der direkt von der Wasserpumpe zum Zylinderkopf führt und dort zur Vergaser Vorwärmung  genutzt wird.

Durch diese Kühlkreislaufbremse kann es bei hohen Außentemperaturen zu Überhitzungen kommen!
Autos die jahrelang in Südfrankreich benutzt wurden haben auch oft Hitzeprobleme. Sie wurden meist nur mit klarem Wasser betrieben und nicht mit der richtigen Mischung aus Frostschutz und Wasser. Das führt dazu dass die Motorblöcke im Bereich um die Laufbuchsen voller Kalkablagerungen und Roststücke sind. Genau so geht es den Kühlern. Verkalkung und Rostbrocken verhindern eine gute Wärmeableitung.

Da die Kühler auch noch diagonal durchflossen werden (von rechts oben nach links unten) bildet sich rechts unten ein totes Feld. Dieses kann völlig verschlammen und sich irgendwann restlos aus dem Kühlkreislauf verabschieden.

Mit etwas Erfahrung kann man schon am Gewicht des ausgebauten Kühlers den Verschlammungszustand spüren.

Ein Entkalken mit Essig oder Entkalkungsmittel und Spülen mit einem Wasserschlauch bringt selten den gewünschten Erfolg. Eine professionelle Entkalkung und Spülung beim Kühlerbau bringt zwar eine optimale Reinigung, aber zu fast 100 % dann auch einen undichten Kühler. Beim Abdrücken bläst dieser dann aus allen Rippen wie aus einem Brausekopf, denn das Einzige was den alten Kühler noch dichthielt waren die Kalkablagerungen. Ein neuer Kühler oder ein neues Netz müssen dann her.

Einen überholten Motor sollte nie mit einem alten Kühler in Betrieb genommen werden!! Neue Motoren werden wärmer und brauchen eine gute Kühlung. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein neuer Motor nach rund 100 km mit Kolbenfresser auf der Strecke bleibt.

Aber auch mit guter Kühlung kann man beim Traction bei sehr warmen Außentemperaturen Hitzeprobleme bekommen. Drei Situationen sind möglich:

1. Nach längerer, zügiger Autobahnfahrt plötzlicher Stau mit Stillstand. In diesem Fall steigt die Temperaturanzeige zusehends an. Wenn möglich das Auto lastfrei auf dem Standstreifen ein paar hundert Meter rollen lassen bis die Temperatur abfällt.
Ist das nicht möglich, die Motorhaube  zum Ablüften beidseitig öffnen und den Motor mit etwas erhöhter Drehzahl laufen lassen. Das lastfreie Laufen des Motors  mit relativ hoher Wasserumwälzung sorgt dann für Abkühlung.

2. Stau im Stadtverkehr (stop and go) lässt auch gerne die Temperatur ansteigen. Allerdings geht der Prozess hier sehr langsam voran, so dass man sich meistens rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen und den Motor bei geöffneter Haube abkühlen lassen kann.



3. Bergfahrten im Sommer,  z.B. Alpenpässe. Wenn man dann auch noch hinter einem Reisebus festhängt fehlt plötzlich der erforderliche Luftaustausch unter der Haube. In diesem Fall erst einmal Abstand halten zum Vordermann, denn die Sogwirkung des vorfahrenden Fahrzeuges (besonders Bus oder LKW) erzeugt  einen  Luftstillstand vor unserer Motorhaube.
Einen verbesserten Luftaustausch im Motorraum erreicht man, indem man unter die hintere Motorhaubenverriegelung einen ca. 10 cm langen Stock oder ein Stück Holz klemmt. Die verbesserte Ableitung der heißen Kühlerluft senkt die Temperatur schnell um ca. 10°.



Ich habe mir für diese Fälle 2 Vierkanthölzer vorbereitet. In die Stirnfläche des Holzes habe ich eine Holzschraube gedreht und auf diese einen Gummipilz (der als Anschlaggummi im Traction z.B. an den Stehblechen der Motorhaube sitzt) gedrückt. Damit lässt sich die Stütze im Loch der Haubengriffe fixieren und die Spannung der Haube hält alles fest.
  
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