Die Bremsanlage ...

In diesem Monats-Tipp befassen wir uns mit der Bremsanlage des Traction
 


Die Bremsanlage beim Traction ist ein hydraulisches Einkreisbremssystem. Sie besteht aus einem Hauptbremszylinder (HBZ) mit Vorratsbehälter, den 4 (bzw. 6 beim 15/6) Radbremszylindern (RBZ), den Bremsleitungen und den Bremsschläuchen im beweglichen Teil der Radaufhängungen (4 Schläuche bis 1952 beim Radmodell, danach 3 beim Koffermodell) .



Grundsätzlich gehört die Wartung und Reparatur an der Bremsanlage in fachmännische Hand. Der Laie sollte die Finger davon lassen. Trotzdem kann auch der Laie wichtige Teile seiner Bremsanlage überprüfen.

Normalerweise wird die Bremsflüssigkeit DOT 4 verwendet. Da diese Bremsflüssigkeit wasseranziehend ist, sollte sie alle 2 Jahre gewechselt werden. Wasser im Bremssystem verursacht zum einen Rostbildung, besonders in den RBZ, und zum anderen kann es bei starker Bremsung zum Totalausfall führen, da das Wasser in den heiß werdenden RBZ zu sieden beginnt und dem Pedaldruck nicht mehr standhält.
 
Einige Leute geben den Tipp Silikonbremsflüssigkeit DOT 5 einzufüllen weil diese nicht mehr wasseranziehend sei. Das ist zwar richtig, aber DOT 5 ist in Deutschland nicht zugelassen und man verliert die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug wenn man die Flüssigkeit dennoch benutzt.

Selbst überprüft werden können auch die Bremsleitungen. Sind diese noch mit Federwickeln ummantelt, handelt es sich um die alten originalen Stahlleitungen. Dann ist Vorsicht geboten! Unter dem Federmantel kann Schmutz und Wasser für das Durchrosten der Leitung sorgen. Außerdem ist bei den meisten Traction die Leitung nach hinten durch ein V-Profil unter den Wagenboden gezogen und vorne als auch hinten mit einem Gummi verstopft. Diese Stellen sind auch wieder ein großer Schwachpunkt an denen die Leitung durchrostet. Ausgewechselte Leitungen sind in der Regel aus einer CuNiFer Legierung und somit vor Rost sicher.



Des Weiteren können auch die Bremsschläuche durch Sichtprüfung überprüft werden. Sind die Schläuche porös, (durch scharfes Knicken des Schlauches lässt sich das am besten feststellen) gehören sie sofort ausgetauscht. Aber Achtung! Bremsschläuche altern auch ohne außen porös zu werden. Durch die Bremsflüssigkeit werden sie mit zunehmendem Alter innen weich und quellen auf. Das hat irgendwann zur Folge, dass sie wie ein Rückschlagventil funktionieren. Der Bremsdruck vom Pedal ist so groß, dass der gequollene Schlauch die Bremsflüssigkeit in Richtung RBZ immer durchlässt, die Rückholfedern der Bremsbacken aber nicht die Kraft haben  über den RBZ die Flüssigkeit zurückzudrücken. Das heißt, die Bremse, z. B. eines Vorderrades, blockiert und läuft heiß. Meist ist im Anfangsstadium die Bremse nach einer kurzen Pause wieder frei, weil dann die Flüssigkeit langsam zurückgeflossen ist.

Der Verdacht auf gequollene Schläuche lässt sich recht einfach prüfen. Das Fahrzeug aufbocken dass die Räder frei drehen. Das kann auch einzeln Rad für Rad nacheinander passieren. Nun das Rad drehen und von einer zweiten Person die Bremse kräftig treten lassen. Das Rad blockiert. Nach Loslassen des Bremspedals muss das Rad schlagartig wieder frei sein. Ist das nicht der Fall, das Entlüftungsventil des jeweiligen RBZ kurz öffnen, so kann der Druck über das Ventil abgebaut werden und das Rad dreht sofort frei. Das ist dann ein sicheres Indiz dafür dass der entsprechende Schlauch überaltert ist. Grundsätzlich sollten dann alle Schläuche getauscht werden.



Noch ein Hinweis: Wenn die RBZ bzw. der HBZ gewechselt werden müssen, sollte man dem Fachmann den Hinweis geben die neuen Zylinder zu zerlegen und Kolben und Manschetten mit Bremspaste einzustreichen (gibt’s z.B. von Ate). Damit halten die hydraulischen Bremsteile um ein Vielfaches länger und die Gefahr der Rostbildung vermindert sich ebenso.


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